Vortragsreihen

Einführung in die Daseinsanalyse
Vortragsreihe in Zusammenarbeit mit dem Daseinsanalytischen Seminar

  • Einführung in die Daseinsanalyse
    Mittwoch, 11. Oktober, 19.30–21.00 Uhr, im KOL-G-209. Vortrag von lic. phil. Gisela Thoma
    Im Vortrag werden die Anfänge der Daseinsanalyse mit ihren beiden Begründern Ludwig Binswanger bzw. Medard Boss und deren daseinsanalytischen Richtungen kurz beleuchtet.
    Der Hauptteil ist dem Neuansatz der Daseinsanalyse, wie ihn Alice Holzhey entwickelt hat, gewidmet. Diese Daseinsanalyse versteht sich als spezielle Richtung der Psychoanalyse, die der philosophischen Frage, was es heisst, ein Mensch zu sein, besondere Beachtung schenkt. Dementsprechend bezieht sie sich in ihrem Menschenbild massgeblich auf existenzphilosophische Gedanken von Heidegger, Sartre und Kierkegaard. Kurze Fallbeispiele aus der Praxis sollen veranschaulichen, was mit dem „Leiden am eigenen Sein“ gemeint ist.
  • Traumauslegung in daseinsanalytischer Sicht
    Mittwoch, 18. Oktober, 19.30–21.00 Uhr, im KOL-G-209. Vortrag von Dr. med. Uta Jaenicke.
    Anhand von Traumbeispielen, die im Verlauf einer Therapie geträumt wurden, soll ein Eiblick in die Theorie und Praxis der hermeneutisch-phänomenologischen Traumauslegung gegeben werden.
    In der Daseinsanalyse geht es zunächst, wie in der Psychoanalyse, um die Auslegung des Traumgeschehens als Auseinandersetzung des Träumers mit einer konkreten Thematik. Diese kann aber auf eine dahinter liegende, verborgene Problematik ausgelegt werden, die den Träumer auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Zusammenhängen immer wieder beschäftigt und die Bezüge zur Lebensgeschichte hat. Deren letzter Grund liegt in daseinsanalytischer Sicht in unveränderbaren existenzialen Bedingungen des menschlichen Seins, die der Träumer nicht einfach akzeptieren kann.

 

Einstieg in die Psychoanalyse
Vortragsreihe in Zusammenarbeit mit dem Freud-Institut Zürich

  • Vom Zuhören zur Deutung
    Mittwoch, 25. Oktober, 19.30–21.00 Uhr, im KOL-G-221. Vortrag von  Dr.med. Alexander Moser.
    Spezifisch psychoanalytisches Zuhören, Verstehen und auch Deuten: Wie fühlt sich das an? Wie gestaltet sich das in der Praxis? Anhand von Mikrovignetten aus dem klinischen Alltag wird dieses dynamische Geschehen illustriert und damit ein bunter Einblick in die praktische psychoanalytische Arbeit gewährt.
  • Phobie
    Mittwoch, 22. November, 19.30–21.00 Uhr, im KOL-G-221. Vortrag von Dr. med. Michael Döhmann.
    Freuds Arbeit „Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben“ von 1909 ist Ausgangspunkt, um die Phobie als Ausdruck vor bestimmten Lebensaufgaben zu verstehen. Die Phobie kann sich letztlich zur Angst vor der Angst entwickeln. Mit Konzepten der Neurosenlehre und anhand von Fallbeispielen werden die Entstehung der phobischen Symptomatik und die sie auslösende Konfliktsituation illustriert.

 

Liebe im Feld und auf der Couch: Eine etwas andere Einführung in die Lacansche Psychoanalyse

Vortragsreihe in Zusammenarbeit mit dem Lacan Seminar Zürich

  • Lacans Metapher der Liebe: die Hand im Feuer 
    Mittwoch, 4. Oktober, 19.30–21.00 Uhr, im KOL-G-209. Vortrag von Dr. phil. Peter Widmer.
    Lacans Metapher der Liebe, dargestellt an einer Hand, die sich nach einem Holzscheit streckt, das sich in dem Moment entflammt, in dem eine zweite Hand sich der ersten entgegenstreckt, scheint zunächst rätselhaft zu sein. Man versteht sofort: Feuer, Glut als Momente der Liebe, aber man versteht nicht, was es mit der zweiten Hand und mit dem Holzscheit für eine Bewandtnis hat. Und: Kann nicht auch der Hass glühend sein? Vielleicht gelingt es, über das Unheimliche oder den Narzissmus diese merkwürdige Metapher, die sogar ein Mythos sein soll, zum Leuchten zu bringen? 
  • Die Liebe ist ham-ham – sie kommt aus dem Bauch
    Mittwoch, 6. Dezember, 19.30–21.00 Uhr, im KOL-G-209. Vortrag von lic. phil. Christine Borer.
    Der Diskurs über die Liebe deckt ein enormes Spannungsfeld ab. Die populären Liebessprüche «Liebe ist wenn…» erzählen ihre idealisierte, romantische Seite wie beispielsweise «Liebe ist…wenn zwei Herzen die gleiche Sprache sprechen» oder «Liebe ist…wenn dir plötzlich jemand wichtiger ist, als du selbst».
    Auf der anderen Seite des Spannungsbogens siedelt sich der Satz an, der kürzlich in der NZZ ein Titel war: «Liebe ist ein Griff ins Klo» (NZZ, 7.6.17). Nicht gerade angenehm und da tun sich doch Kluften auf. Die Irrungen und Verwirrungen in der Liebe speisen sich daher.
    Im Vortrag versuche ich den Implikationen nachzugehen, welche Lacans Bemerkung «Liebe ist Ham-ham: Sie kommt aus dem Bauch», beinhalten. Lacan meint damit, dass die Liebe strukturell auf dem narzisstischen Feld angesiedelt ist. Das Subjekt sucht etwas ganz Bestimmtes in der Liebe.
    Auffallend ist, dass im erwähnten Spektrum körperliche Leidenschaft und Sexualität nicht vorkommen. Gehört das nicht auch zur Liebe, zu begehren, was man liebt? Auch das soll befragt werden, inwiefern diese menschlichen Phänomene zum Feld der Liebe gehören und / oder wie sie in die Irrungen der Liebe zusätzlich eingreifen.
  • Die Komödie der Liebe bei Platon und Lacan
    Mittwoch, 13. Dezember, 19.30-21.00 Uhr, im KOL-G-209. Vortrag von Dipl.-Psych & Mag. phil. Robert Langnickel.
    Im Seminar VIII setzt sich Lacan grundlegend mit dem Freudschen Begriff der Übertragung auseinander und wählt, auf den ersten Blick überraschend, einen vermeintlichen Umweg über Platons Symposion, der in diesem Dialog das Wesen des Eros erörtert. Die Grundthese Lacans zur Liebe ist, dass die Liebe ein komisches Gefühl (sentiment comique) sei und wir als Liebende irrigerweise unserem Gegenüber unterstellten, dass dieser etwas habe, was uns zur Erfüllung fehle. Fatalerweise verfügt allerdings unser erwähltes Liebesobjekt gar nicht über die ihm unterstellten Eigenschaften, weswegen man in der Liebe etwas gibt, was man überhaupt nicht hat – die Komödie der Liebe.